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10.06.2009 21:28 Alter: 1 Jahre
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Kategorie: Restaurieren

Schellack

Von: Bernhard Valta

Der Glanz der Schildlaus

Anwendung

Schellackflocken werden in Spiritus gelöst; Der Politierer war früher ein eigenständiger Beruf mit merkwürdig hoher Sterberate. Grund dafür ist der Spiritus (vergällter Alkohol), den die Politierer (dt. Polierer) wie Schnaps zu trinken pflegten.

Das Feuer des Lackes 

Sie bringt wie keine andere Oberflächenbehandlung die Transparenz und Leuchtkraft einer Holzstruktur zur Geltung. Sie war im 19. bis Anfang 20. Jahrhundert das übliche Finish für feine Möbel und viele Musikinstrumente.

Geheimnisse

Um das Politieren rankte sich früher manches Geheimnis, die Rezepturen wurden streng gehütet, jeder Politierer hatte seine eigenen Wundermittel. Die Leinen (Bettleintuch) zum Fertigpolitieren sollten z.B.: 100 mal gewaschen sein um die gewisse Geschmeidigkeit bei der Handbewegung für die perfekte Oberfläche zu besitzen.

Und Heute?

Heute kann man eigentlich von Geheimnissen nicht mehr so sprechen. Materialien gibt es (wieder), verbesserte sogar, mit Ersatzbeschlägen  wird rege gehandelt. Sicher hat jede/r gewisse "Schmähs" parat, Feinheiten bei Rezeptur und Anwendung, aber das große Um und Auf gegenüber früheren Zeiten ist die so knappe, weil teure Arbeitszeit.

Wo kommt er her?

Schellack“ wird in Indien und Thailand aus dem Ausscheidungssekret einer Insektenart (Lackschildlaus) gewonnen. Die Insekten produzieren Schellack, um ihre Brut zu füttern, der Rest wird an Bäumen abgelagert. Zur Gewinnung werden die Äste abgeschnitten und der Schellack wird heruntergeklopft.

Das Wort Lack

Dem Schellack verdanken wir überhaupt die Bezeichnung Lack; denn „lakscha“ ist ein altindisches Wort und bedeutet Hunderttausend. Gemeint ist die große Anzahl von Lackschildläusen, die man benötigte, um aus deren Abscheidungsprodukt eine gewisse Menge Schellack zu gewinnen.

Alles Bio und Musik

Schellack ist vollkommen biologisch und wurde in Wien schon im Barock zum Schutz von Möbeln verwendet. Der Einsatz von Schellack ist aber nicht nur auf Möbel beschränkt, nicht zu vergessen: die guten alten  „Schellacks- Schallplatten der Frühzeit. (Hats off für „Howdy“ Günter Schifter)

Schellack

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